Beleg · KI-Validierung

KI läuft bereits.
Annex 22 kommt.
Die Lücke dazwischen ist offen.

Generative KI hält Einzug in GxP-Dokumentation, SOP-Assistenten und Abweichungsklassifizierung — während die Regulierung mit Annex 22 aufholt. Die meisten Unternehmen sind auf keines von beidem vorbereitet.

Diese Seite ist ein Beleg unter Wie wir arbeiten. KI ist kein Feld der Domänenkarte, sondern ein Schritt, der in mehreren Feldern auftritt.

Use-Case-Assessment anfragen
20222023202420252026 Abdeckung KI-Adoption Regulatorik ← Lücke → Annex 22 Konsultation

Warum jetzt handeln

Regulatorischer Druck

Der Entwurf zu EU GMP Annex 22 liegt seit Juli 2025 vor, die Konsultation ist abgeschlossen. Unvalidierte KI-Systeme in GxP-Prozessen sind ab Inkrafttreten ein direktes Audit-Risiko — unabhängig vom Nutzungsumfang.

Wettbewerbsdruck

Wettbewerber setzen KI bereits in Dokumentation, Abweichungsklassifizierung und Regulatory Intelligence ein. Wer wartet, verliert einen Vorsprung, den er nicht aufholt.

Unkontrollierter Wildwuchs

Ohne Policy und Validierungsrahmen entstehen unkontrollierte KI-Piloten in einzelnen Teams — mit einer Datenlage, die kein Auditor akzeptiert.

Was ist Annex 22? DRAFT

Das erste EU-Rahmenwerk speziell für KI in der Pharmaindustrie.

EU GMP Annex 22 ergänzt Annex 11 (Computergestützte Systeme) um ML-spezifische Anforderungen. Erfasst sind KI-Systeme, die GxP-relevante Entscheidungen beeinflussen — unabhängig davon, ob das System primär als KI vermarktet wird. Generative KI und Large Language Models nimmt der Entwurf in Abschnitt 1 ausdrücklich aus seinem Anwendungsbereich aus; in kritischen GMP-Anwendungen sollen sie nicht eingesetzt werden.

Regulatorischer Status

Konsultation abgeschlossen 10/2025 → Finale Fassung offen → Inkrafttreten

Vorlaufzeit zahlt sich aus: Der Entwurf erwartet Kontrollen für die Unabhängigkeit der Testdaten. Werden sie vor dem Training aus dem Gesamtbestand abgespalten, dürfen die an Entwicklung und Training Beteiligten nie Zugriff darauf gehabt haben — nachträglich lässt sich das nicht herstellen.

KERN-ANFORDERUNGEN (DRAFT)

01

Risikobasierte Klassifizierung aller KI/ML-Systeme nach Verwendungszweck und Entscheidungstiefe

02

Nachweisbare Datenqualität: Herkunft, Repräsentativität und Bias-Analyse der Trainingsdaten

03

Explainability: Modellentscheidungen müssen für Fachpersonal nachvollziehbar und dokumentierbar sein

04

Continuous Monitoring: Modellleistung wird laufend überwacht, Drift erkannt und dokumentiert

05

Human Oversight: Kritische GxP-Entscheidungen erfordern menschliche Kontrolle — kein vollautomatischer Betrieb

Anforderungen basieren auf dem Konsultationsdokument Juli 2025; die Nummerierung ist unsere eigene und keine Gliederung des Entwurfs. Änderungen bis zur finalen Fassung möglich.

Was auf dem Spiel steht

Ein unvalidiertes KI-System im GxP-Prozess ist kein theoretisches Risiko.

AUSLÖSER

Behördeninspektion oder internes Audit

BEFUND

KI-System im GxP-Prozess — nicht validiert, kein Audit-Trail

Sofortige Nachvalidierungspflicht

Produktions­unterbrechung oder Charge­nsperrung

Reputations­schaden und Folgeinspektionen

Der Significon-Ansatz

Ein KI-Modell bleibt nur validiert, solange Drift-Erkennung und Revalidierung mitlaufen.

01

Use-Case-Assessment

Welche KI-Systeme sind GxP-relevant? Welche nicht?

02

Risikoklassifizierung

GAMP5-Kategorie, Entscheidungstiefe, Auswirkungsanalyse

03

Validierungsplan

Teststrategie, Datenqualität, Explainability-Konzept

04

Implementierung & Test

IQ/OQ/PQ, Bias-Tests, Audit-Trail-Aufbau

05

Monitoring & Review

Drift-Erkennung, Periodische Überprüfung, Revalidierung

Wir beginnen mit dem Assessment — einem 60-minütigen strukturierten Workshop, in dem wir gemeinsam alle KI-Systeme in Ihren GxP-Prozessen identifizieren, priorisieren und eine konkrete Handlungsempfehlung erarbeiten. Kein Auftrag vorausgesetzt.

Die Grundfragen

Bevor die Frage „Wie?" kommt: Wann darf ich überhaupt — und unter welchen Bedingungen?

LLMs können funktional kaum validiert werden — sie sind nicht-deterministisch und intern nicht auditierbar. Wer trotzdem KI einsetzt, muss eine andere Antwort finden: nicht „was tut das Modell", sondern „was stellt der Prozess sicher".

01

Wann darf ich KI überhaupt einsetzen?

Erst wenn der Nachweis geführt ist, dass Risiken bekannt, bewertet und durch geeignete Maßnahmen beherrschbar sind. Das ist keine Absichtserklärung — das ist ein auditierbarer Nachweis, der vor dem Einsatz vorliegen muss.

02

Unter welchen Bedingungen ist der Einsatz vertretbar?

KI darf keine qualitätsbestimmende Entscheidung selbst treffen. Der Human-in-the-Loop-Ansatz muss technisch erzwungen und nachvollziehbar sein — nicht durch interne Vereinbarung, die im Betrieb umgangen werden kann.

03

Wie weise ich das nach?

Durch Prozessgestaltung, die den Nachweis strukturell erzeugt — nicht durch retrospektive Dokumentation eines bereits laufenden Systems. Der Prozess wird validiert, nicht das Modell.

Das Schlüsselkonzept

Validated by Design. Beim KI-Einsatz kein Nice-to-have mehr — sondern Grundvoraussetzung.

Risikomanagement wird wichtiger — nicht um Aufwand zu reduzieren, sondern um KI-Einsatz überhaupt erst zu ermöglichen. Der Nachweis, dass Risiken bekannt und verstanden sind, ist die Eintrittskarte. Wer ihn nicht führen kann, darf nicht beginnen.

Prozess vor System vor KI

Erst muss der Prozess vollständig verstanden und spezifiziert sein. Dann das System, das ihn umsetzt. Erst dann kommt KI — als Element innerhalb eines bereits validierten Schritts, nicht als Treiber der Prozessgestaltung.

HITL technisch erzwingen, nicht vereinbaren

Ein Human-in-the-Loop, der auf Vereinbarungen basiert, die im Betrieb unterlaufen werden können, ist kein HITL. Er muss technisch erzwungen und im Audit-Trail nachvollziehbar sein — wer hat wann welche KI-Ausgabe gesehen, bewertet und freigegeben.

Die Qualität der Grundlagen entscheidet

Klare Rollen und Verantwortlichkeiten in der Organisation. Vollständige, konsistente Dokumentation. Sind diese Grundlagen nicht belastbar, gilt: Garbage in, garbage out — unabhängig davon, wie gut die KI-Architektur ist. Das ist das häufig unterschätzte Hauptproblem.

Camunda als Governance-Tool

Validated by Design braucht ein Werkzeug, das Prozesslogik, HITL-Gates und Nachweisstrategie technisch implementiert und versioniert. Camunda ist ein Werkzeug, das das leistet, und dasjenige, das wir dafür einsetzen — eine Wahl und keine Notwendigkeit.

Das Ergebnis: Nicht das LLM wird validiert — was bei nicht-deterministischen Modellen kaum möglich ist. Stattdessen wird der Prozess so gestaltet, dass er Validität strukturell erzeugt und nachvollziehbar macht. Konformität entsteht durch die Architektur, nicht durch nachgelagerte Kontrolle.

Warum Significon

Kriterium Typischer Ansatz Significon
Validierungsstart Nach Inbetriebnahme des Systems Integriert in die Einführungsplanung
Dokumentation Retrospektiv, unvollständig Lebenszyklus-begleitend, auditierbar
KI-Spezifik Generische CSV-Templates Validierung an ML-Eigenschaften angepasst
Monitoring Optional, projektabhängig Pflichtbestandteil, am Annex-22-Entwurf ausgerichtet
Regulatorische Grundlage Annex 11 analog angewandt Annex 11 + Annex-22-Entwurf + EU AI Act

Aus unseren Einblicken

KI Annex 22 Orchestrierung

SAP, n8n und Annex 22: Wie regulierte Unternehmen KI-Workflows orchestrieren

Warum klassische SAP-Prozesse und neue KI-Agenten einen neutralen Orchestrator brauchen — und was das für GxP-Compliance bedeutet.

Zum Artikel →

Wo steht Ihr Unternehmen? 60 Minuten — strukturiertes Ergebnis.

Im Use-Case-Assessment identifizieren wir gemeinsam alle KI-Systeme in Ihren GxP-Prozessen, priorisieren den Handlungsbedarf und zeigen einen konkreten nächsten Schritt. Kein Auftrag, kein Folge-Pitching.

Assessment anfragen → Wie wir arbeiten