Process & Operations · Operative E2E-Prozesse

Material bewegt sich nur so weit,
wie der Nachweis mitkommt.

An jeder Station des Materialflusses hängt eine Bedingung: dokumentierter Status, überwachte Lagerbedingungen, freigegebene Herstellvorschrift, geprüfte Charge, dokumentierte Freigabe. Fehlt eine davon, darf das Material nicht freigegeben werden — unabhängig von seiner tatsächlichen Qualität. Significon gestaltet, implementiert und validiert die Prozesse, in denen dieser Nachweis entsteht: vom Wareneingang bis zur Freigabe.

GMP Kapitel 5 · ProductionGMP Kapitel 6 · Quality ControlGDP Kapitel 9 · TransportationAnnex 11 · Computerised Systems

Der Materialfluss

Sechs Stationen. An jeder entscheidet ein Nachweis, ob das Material weitergeht.

MATERIALFLUSS KENNZEICHNUNG · eigenes Etikett für Identität und Status KENNZEICHNUNG · das Produktetikett entsteht in der Herstellung und wirkt bis zum Versand QUALITÄTSKONTROLLE TAKTET DEN FLUSS 01 Wareneingang Identität und Status, Quarantäne bis zur Freigabe GDP Kap. 3 · Premises and Equipment 02 Lagerung überwachte Bedingungen, Kühlkette, Materialstatus GDP Kap. 5 · Operations 03 Herstellung Rezept und Ressourcen als Herstellvorschrift GMP Kap. 5 · Production 04 Prüfung Probenahme, Prüfauftrag, Ergebnis im System GMP Kap. 6 · Quality Control 05 Freigabe Entscheidung über die Weitergabe des Materials GMP Kap. 6 · Quality Control 06 Versand Serialisierung, Transportbedingungen GDP Kap. 9 · Transportation RÜCKVERFOLGBARKEIT ÜBER DIE GESAMTE KETTE · CHARGE · STATUS · ORT · ZEIT Grundlage der Rückruffähigkeit · GMP Kap. 8 / GDP Kap. 6 Store-to-Ship Lagerung, Transport, Distribution Plan-to-Produce Herstellung Sample-to-Release Prüfung und Freigabe

Die Qualitätskontrolle taktet den Fluss: sie entscheidet über Freigabe und Weitergabe und ist damit Teil des Flusses, den sie steuert. Über allem liegt die Rückverfolgbarkeit — Charge, Status, Ort und Zeit müssen an jeder Station zusammenpassen und nicht erst im Bericht.

Das Problem

Der Fluss reißt selten am Material. Er reißt am Nachweis.

Die vier Muster unten stehen in fast jeder Systemlandschaft, die über Jahre gewachsen ist. Keines ist der Fehler einzelner Personen. Jedes folgt aus derselben Annahme: dass sich der Nachweis später zusammenstellen lässt.

01

Der Nachweis entsteht neben dem Prozess

Materialstatus, Abweichungen und Freigaben werden in Tabellen, Mailverläufen und Laufkarten geführt, weil das führende System sie nicht in der Form hält, in der sie gebraucht werden. Der Prozess läuft dann in zwei Spuren: der, die das System kennt, und der, nach der im Audit gefragt wird.

02

Kennzeichnung als Druckaufgabe

Das Etikett ist ein regulierter Informationsträger, kein Ausdruck. Wo Templates dezentral gepflegt und Versionen per Mail verteilt werden, fehlen Versionskontrolle, Audit Trail und eine eindeutige Freigabe. Ein falsches Etikett stoppt die Charge — und die Frage im Audit lautet nicht, wer gedruckt hat, sondern welche Version freigegeben war.

03

Qualifizierung mit stillem Verfallsdatum

Die Mapping-Studie liegt vor, die Route ist validiert, der Bericht ist unterschrieben. Dann ändert sich die Verpackung, der Spediteur, die Jahreszeit oder das Lagerlayout. Qualifizierung ist ein Zustand mit Gültigkeit, kein Dokument mit Datum — ohne Kopplung an das Änderungswesen verfällt sie, ohne dass es jemand merkt.

04

Serialisierung als Anbau

Die Anforderungen aus der Delegierten Verordnung (EU) 2016/161 und der DSCSA wurden vielfach als eigenes System neben den bestehenden Druck- und Lagerprozess gestellt. Das Ergebnis sind zwei Datenströme, die nicht synchron laufen, und eine Rückverfolgbarkeit, die auf dem Papier besteht und im Rückruf Lücken zeigt.

Drei Situationen

Was es kostet, wenn der Nachweis erst gesucht werden muss.

Nr. 1

Temperaturabweichung auf der Straße

Ein Datenlogger zeigt zwölf Stunden oberhalb des zugelassenen Bereichs. Die Charge steht am Wareneingang des Kunden. Jetzt entscheidet nicht die Temperatur, sondern die Datenlage: Welche Verpackungsspezifikation war qualifiziert, welche Route war validiert, welche Stabilitätsdaten decken die Abweichung, wer darf entscheiden? Liegen diese Angaben nicht zusammen, wird aus einer Bewertung eine Sperrung — und aus der Sperrung eine Lieferverzögerung, die niemand mehr aufholt.

Nr. 2

Die zweite Frage im Audit

Die erste Frage des Inspektors ist die Charge. Die zweite ist die Kette: welche Herstellvorschrift in welcher Version, welches Etikett in welcher Version, welche Lagerbedingungen über welchen Zeitraum, welches Prüfergebnis, wer hat freigegeben und wann. Ein Prozess, der diese Kette hält, antwortet in Minuten. Einer, der sie nicht hält, antwortet in Wochen — und jede Woche erzeugt die nächste Frage.

Nr. 3

Verdacht auf Fälschung

Ein Großhändler meldet eine Packung, deren Kennung sich nicht verifizieren lässt. Was jetzt zählt, steht in GDP Kapitel 6 — Complaints, Returns, Suspected Falsified Medicinal Products and Medicinal Product Recalls — und in GMP Kapitel 8 — Complaints, Quality Defects and Product Recalls: Wer hat welche Packungen wohin geliefert, in welcher Aggregation, mit welchem Status? Rückruffähigkeit ist keine Erklärung, die man abgibt. Sie ist eine Abfrage, die in Stunden ein Ergebnis liefert — oder es nicht liefert.

Der Ansatz

Der Nachweis wird nicht dokumentiert. Er entsteht im Prozess — oder er entsteht nicht.

Deshalb setzen wir nicht am Dokument an, sondern an der Stelle, an der die Information entsteht. Zuerst das Prozessbild über die Systemgrenzen hinweg: welche Station welchen Nachweis erzeugt, wer entscheidet, welches System führt. Daraus die Anforderung in URS und FS — in derselben Sprache, in der später geprüft wird. Dann die Architektur, und erst danach die Umsetzung.

Am Ende steht kein Validierungsprojekt, sondern eine Validierungsdokumentation, die anfällt, weil Prozess und System von Anfang an auf die Bedingung gebaut sind, die sie erfüllen müssen.

KI kommt in diesen Prozessen nur als eingerahmter Schritt vor: definierte Eingabe, menschliche Freigabe, Audit Trail. Der verbindliche Rahmen dafür ist heute Annex 11 — kein Entwurf.

Die Bedingung zuerst, das System danach

Welche Bedingung erfüllt werden muss, steht in GMP und GDP. Welches System sie erfüllt, ist die Folgefrage. Wir beantworten sie in dieser Reihenfolge, weil die umgekehrte Reihenfolge die Bedingung an die vorhandene Systemfunktion anpasst.

Ein Nachweis, ein führendes System

Für jede Information gibt es genau eine Quelle, die sie führt, und einen Weg, auf dem sie weitergegeben wird. Doppelte Pflege ist keine Redundanz, sondern zwei Wahrheiten zur selben Charge — und im Audit zählt die schlechtere.

Qualifizierung an das Änderungswesen gebunden

Ein qualifizierter Zustand hält nur, wenn jede Änderung an Route, Verpackung, Anlage oder Lagerlayout auf ihn zurückschlägt. Diese Kopplung gehört in den Entwurf, nicht in den Betrieb — nachträglich wird sie zur Sammelaufgabe ohne Eigentümer.

Die Lösung

Was wir entlang der Kette bauen.

Der Fluss ist einer, die Arbeit daran teilt sich in sechs Abschnitte. Jeder hat seine eigene Bedingung, seine eigenen Systeme und seinen eigenen Nachweis.

Procure-to-Pay

Lieferantenqualifizierung und Wareneingang

Nur qualifizierte Lieferanten liefern Material, und am Wareneingang entscheidet die Prüfung, ob die Charge in den Fluss darf. Wir gestalten Lieferantenqualifizierung und Wareneingangsprüfung als gekoppelten Prozess — inklusive der Qualifizierung von Lohnherstellern und Kontraktlaboren.

Lieferantenqualifizierung und -bewertung: Audits, Freigabestatus, laufende Überwachung
Wareneingangsprüfung: Prozessgestaltung für Identität, Status und Quarantäne bis zur Freigabe
Kopplung von Prüfplan und Spezifikation je Material und Lieferant
Sperrlager- und Rückweisungsprozess bei nicht konformem Material

Store-to-Ship

Lagerung, Transport, Distribution

Von der Annahme über die Lagerung unter überwachten Bedingungen bis zum Versand hängen Materialstatus, Kühlkette, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit an denselben Daten. Wir gestalten die Prozesse dafür, führen die Qualifizierung von Transport und Lager durch und bringen Kennzeichnung und Serialisierung auf einen Weg statt auf zwei.

GDP-Qualitätssystem mit SOPs für Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Transport und Retouren
Transport- und Lagerqualifizierung: thermische Qualifizierung von Kühl- und Gefriertransporten, Mapping-Studien, Routenvalidierung
Serialisierung und Track & Trace: von der Systemauswahl bis in das Warehouse-Management-System

Plan-to-Produce

Herstellung

Rezepte und Ressourcen sind keine Stammdaten, sondern Herstellvorschrift. Damit unterliegen sie derselben Kontrolle wie das Ergebnis: Version, Freigabe, Änderung, Nachweis. Wir konzipieren die regulierten Anteile des Herstellprozesses und setzen sie validiert um — mit URS und FS, aus denen später geprüft wird.

Rezepte und Ressourcen als Herstellvorschrift: Konzeption und validierte Umsetzung mit URS und FS
Prozess- und Systemarchitektur für die regulierten Anteile des Herstellprozesses

Sample-to-Release

Prüfung und Freigabe

Die Freigabe taktet den Fluss. Sie braucht Prüfergebnisse, die den Weg vom Labor in das freigebende System nachweisbar genommen haben — nicht abgetippt, nicht per Mail. Wir gestalten die Prüfprozesse im digitalen Labor und die Integration zwischen Qualitätsmanagement und LIMS.

QM↔LIMS-Integration: Prüfauftrag, Ergebnis und Status auf einem Weg
Prüfprozesse im digitalen Labor

Order-to-Cash

Chargenzuteilung und Versandfreigabe

Verkauft wird keine Menge, sondern eine freigegebene Charge — zum richtigen Zeitpunkt, zum vereinbarten Preis, an den richtigen Kunden. Wir gestalten Chargenzuteilung und Versandfreigabe so, dass die Rückverfolgbarkeit bis zum Kunden reicht und im Ernstfall einen Rückruf trägt.

Chargenzuteilung nach Freigabestatus und Haltbarkeit statt nach Lagerplatz
Abgleich von Auftrag, Charge und vereinbartem Preis vor der Versandfreigabe
Versandfreigabe, gekoppelt an den Freigabestatus der Charge
Kundenzuordnung je Charge als Grundlage der Rückruffähigkeit

Engineering & Maintenance

Vorausschauende Wartung

Hergestellt werden darf nur auf qualifizierter Infrastruktur. Wir bauen das Feld in Richtung vorausschauender Wartung aus: Zustandsdaten der Anlage, KI-gestützte Anomalieerkennung und bedarfsgerechte Ersatzteilbestellung, gekoppelt an den Qualifizierungsstatus statt an einen festen Kalenderplan.

Vorausschauende Wartung auf Basis von Zustands- und Betriebsdaten
KI-gestützte Anomalieerkennung als Grundlage der Wartungsentscheidung
Bedarfsgerechte Ersatzteilbestellung statt pauschaler Lagerhaltung
Kopplung von Wartungszustand und Qualifizierungsstatus der Anlage

Warum Significon

Prozess, Umsetzung und Nachweis aus derselben Hand.

Kein Bruch zwischen Fachkonzept und Nachweis

Wer die URS schreibt, kennt den Test, der sie später prüft. Deshalb entstehen Anforderung und Spezifikation bei uns in der Form, in der geprüft wird — die Validierungsdokumentation fällt im Vorhaben an und nicht danach.

Systemunabhängig, kein Lizenzgeschäft

Wir verkaufen keine Software. Ob ERP, Warehouse-Management, LIMS oder ein Label-Management-System eines Herstellers: wir gestalten Prozess, Architektur und Integration und stehen in der Systemauswahl auf Ihrer Seite des Tisches.

Die Grenze steht vor dem Angebot

Was wir nicht liefern, sagen wir im ersten Gespräch und nicht im Projekt. Eine Anfrage, die außerhalb liegt, ist für beide Seiten billiger als ein Angebot, das passend gemacht wurde.

Nachlesbar

Welche Station in Ihrem Materialfluss trägt den Nachweis nicht?

Ein Gespräch, in dem wir die Kette einmal durchgehen — kein Angebot.

Gespräch anfragen